Deutschland

Ich bin jetzt seit Mitte Juli wieder in Deutschland. Nachdem ich mir zunächst selbst keine Ruhe gegeben und stattdessen durch Deutschland und Frankreich gefahren bin, bin ich nun seit ca. einem Monat wieder „zuhause“. In dieser Woche habe ich sogar mein Praktikum angefangen und habe nun wieder einen geregelten Tagesablauf. Alles ist ziemlich stressig und neu und ungewohnt. Ich habe immer noch nicht abgeschlossen mit meinem Auslandsaufenthalt und hänge gedanklich so dazwischen.

Vor ca. einem Monat hatte ich mein Rückkehrseminar. Ich muss zugeben, dass ich anfangs überhaupt gar keine Lust hatte, dahin zu gehen. Aber dann war es doch hilfreich und fördernd und irgendwie heilend. Es war super, die anderen Freiwilligen wiederzusehen. Es war schön, über die Dinge sprechen zu können, die mich bewegt haben und es immer noch tun. Es war ein erster Schritt zur Verarbeitung. Es war so gut zu wissen, dass es Menschen gibt, denen es genauso geht wie mir und die ähnliche Dinge erlebt haben und die emotional genauso überlastet sind.

Ich bin froh, dass ich nach Palästina gegangen bin. Ich bin froh, dass ich tatsächlich in die Domari Society gekommen bin. Ich bin froh, dass ich meine WG gefunden habe. Ich bin froh und dankbar für so viele Dinge, die im letzten Jahr passiert sind. Ich habe so viel gelernt, und das nicht nur auf der Arbeit. Ich möchte allen danken, die mein Blog verfolgt und sich für mein Leben in Palästina interessiert haben. Ich weiß es zu schätzen.

Jetzt hat ein neuer Zirkel begonnen. Die neuen Freiwilligen sind schon vor Ort. Ich bin froh darüber, gleichzeitig bin ich sehr neidisch, weil ich auch gerne wieder in meiner Wohnung und auf meiner Arbeit wäre. Aber so ist es nicht. Ich muss hier in Deutschland erneut meinen Platz finden.

Für alle, die sich dafür interessieren, wie es meiner Nachfolgerin Lena geht, hier ist ihr Blog. Von da aus findet man auch leicht die Blogs der anderen Freiwilligen, nicht nur in Palästina, sondern auch in Tanzania und der Ukraine. Viel Spaß beim (weiter) lesen!

Ungewöhnlich

Anfang Mai (ja, schon ein wenig länger her), waren die Eltern meines Mitbewohners hier. Bis hierher ist alles noch ganz normal. Viele Eltern besuchen ihre Kinder, wenn die in die weite Welt ausgezogen sind. Meine Eltern machen sowas auch. Die kommen sogar, ohne dass ich davon weiß. Haha.

Jedenfalls. Ich weiß nicht mehr, ob ich jemals etwas ausführlicher von meinen Mitbewohnern geredet habe. Mein einer Mitbewohner ist ein palästinensisch-spanischer Anwalt. Mein anderer Mitbewohner ist ein jüdischer Amerikaner, der in einer amerikanisch-palästinensischen NGO arbeitet. Mehr Fakten will ich eigentlich nicht geben und auch keine Namen nennen, aber das ist auch eigentlich schon alles, was man wissen muss.

Wie man sich vielleicht denken kann, sind die Eltern meines palästinensischen Mitbewohners sowieso hier. Anfang Mai kamen also die Eltern meines amerikanischen Mitbewohners zu Besuch. Seine Mutter ist natürlich Jüdin, und sein Vater in diesem Fall auch.

Als mein Mitbewohner 2009 schon mal für ein halbes Jahr studiert hat, waren seine Eltern nur für einen Tag in Ramallah und seit er 2010 hierher gezogen hat, hat sich auch vieles geändert. Deswegen waren sie sehr aufgeregt, bevor sie hergekommen sind.

Warum ich das alles erzähle und über meinen Mitbewohner schwadroniere? Das Besondere an der ganzen Sache ist, dass der Vater meines Mitbewohners Israeli ist, dessen Eltern polnische Holocaust-Überlebende sind. Die Großeltern meines Mitbewohners kamen also nach dem zweiten Weltkrieg nach Israel und der Vater meines Mitbewohners wurde in einem Kibbutz bei Haifa geboren und aufgezogen. 1968 hat er in der israelischen Armee gedient, wie alle anderen jungen Israelis auch, und zwar in A-Ram, ganz in der Nähe von Ramallah.

Mein Mitbewohner hat also Familie in Israel (ein Onkel und eine Tante plus deren Familien) und ich wusste bereits vorher, dass das Verhältnis untereinander nicht besonders gut ist. Aber ich werde versuchen, das ausschweifend und verständlich zu erklären.

Die Eltern meines Mitbewohners kamen also nicht nur, um uns zu besuchen, sondern auch, um die Familie väterlicherseits zu sehen. Die Eltern meines Mitbewohners waren seit 2009 nicht mehr im Land gewesen, und mein Mitbewohner, nennen wir ihn einfach mal Zach, sieht den israelischen Teil seiner Familie auch kaum.

Zachs Eltern kamen also zuerst nach Ramallah, was für sie schon ein Abenteuer an sich war. Zachs Vater, der die amerikanische Staatsbürgerschaft hat, musste bei der Einreise nach Israel seinen israelischen Pass benutzen und gilt damit natürlich als Israeli. Israelis ist es verboten, im Westjordanland in die Zone A einzureisen, in welcher unter anderem Ramallah liegt. Bei Entdeckung drohen sogar Haftstrafen. Für mich ist allein der Gedanke, was Zachs Vater für seinen Sohn auf sich genommen hat, beeindruckend und herzerwärmend.

Zachs Eltern haben zunächst drei Tage bei uns verbracht, in denen ich die Möglichkeit hatte, beide ein bisschen kennen zu lernen. Ich bin am selben Wochenende nach Bethlehem gefahren und wollte eigentlich früh los, doch dann habe ich mich am Morgen stattdessen für ca. zwei Stunden mit Zachs Vater unterhalten. Er hat mir ein bisschen von den Schwierigkeiten erzählt, die er vor allem mit seiner Schwester hat, seit Zach sich entschieden hat, in den palästinensischen Gebieten zu wohnen. Zach wird teilweise von seinen eigenen Verwandten als Verräter gesehen, weil er „auf der anderen Seite“ wohnt.

Nach ihrem Aufenthalt bei uns, sind Zachs Eltern auf eine kleine Rundreise in Israel gefahren, um Verwandte und Freunde zu besuchen. Am nächsten Wochenende hat Zach sie begleitet, um seinen Onkel und dessen Familie zu besuchen. Nach diesem Besuch haben wir erfahren, dass dieser Besuch weitaus besser gelaufen ist als der letzte 2009 und dass die ganze Familie gesunde Diskussionen darüber hatte, was Zach hier tut und warum. Zachs Vater hatte das Gefühl, dass er sich wieder mit seiner Familie versöhnt hat und alles nun viel besser läuft als bisher (mit Ausnahmen, aber darauf will ich nicht eingehen).

Ich erwähne das Ganze, weil diese Erfahrung für mich etwas sehr Besonderes war. Als Zachs Eltern zum zweiten Mal nach Ramallah kamen, habe ich sie mit dem Auto durch den Qalandia-Checkpoint genommen, an dem man bei der Einreise ins Westjordanland nicht kontrolliert wurde. Zachs Vater konnte natürlich das hebräische Schild lesen, das besagt, dass Israelis das Gesetz brechen, wenn sie weiterfahren, und er war erst dann richtig beruhigt, als wir tatsächlich auf der anderen Seite des Checkpoints waren. Die Gespräche mit der ganzen Familie in der Zeit haben mir klar gemacht, wie schwierig es ist, hier zu leben, hier aufzuwachsen, hier Kinder groß zu ziehen, bzw. wie schwierig das sein kann, selbst wenn man das Land schon hinter sich gelassen hat, obwohl man es im Herzen wohl doch nicht hinter sich lassen kann.

Ich wollte diese Begebenheit auch mit Euch teilen, weil wir in unserem dritten Bericht über Personen schreiben sollten, die in unserem Einsatzland, aber außerhalb unseres Projekts Bewunderswertes vollbringen.

Ich sehe Zachs Familie nicht als Einheimische an, da sie für mich alle irgendwie Amerikaner sind, deswegen habe ich sie nicht in meinen Bericht mit aufgenommen. Wenn ich ganz ehrlich sein muss, bin ich aber doch tief beeindruckt von Zachs innerem Prozess, der ihn dazu bewegt hat, in die palästinensischen Gebiete zu kommen, als jüdischer Amerikaner mit einem israelischen Vater; ebenso beeindruckt bin ich von seinem Vater, der seinen Sohn nicht nur vor seiner eigenen Familie verteidigt für seine Entscheidung, sondern auch ganz klar sagt, dass er stolz auf ihn ist, diese BRücke geschlagen zu haben.

Und ganz tief in meinem Herzen lässt mich all das doch hoffen. Hoffen auf eine Zukunft.

Eins, zwei oder drei?

Vor langer Zeit habe ich es versprochen, jetzt versuche ich endlich mal, es umzusetzen, obwohl ich eigentlich über was Anderes reden wollte, aber das verschiebe ich einfach mal ein bisschen nach hinten.

Im israelisch-palästinensischen Konflikt gibt es seit jeher die Frage, wie der Konflikt beendet werden sollte und von Anfang an, seit 1947, steht die Zweistaatenlösung auf dem Plan. Die UN selbst hat eine Zweistaatenlösung beschlossen: auf dem Territorium des historischen Palästinas sollten zwei Staaten entstehen, ein jüdischer und ein palästinensischer. Der Plan sollte so aussehen. Der jüdische Staat hätte somit den größeren Teil des Gebiets erhalten, dazu außerdem die größten Häfen am Mittelmeer sowie den größten Wasservorrat, nämlich den See Genezareth im Norden. Im Gegensatz dazu hätte der palästinensische Staat die fruchtbaren Regionen um den Jordan herum erhalten. Wie man ebenfalls gut erkennen kann, wären beide Staaten jeweils eine Fläche gewesen und Jerusalem internationales Territorium.

Doch alles kam anders als gedacht und nach mehreren Kriegen und der israelischen Besatzung der palästinensischen Gebiete, nach zwei Intifadas und den Osloer Friedensverträgen, sieht es heute ungefähr so aus. (Die Karte ist von 2005, ich behaupte also, dass es heute schlimmer aussieht.) [Hier eine detailliertere Karte von 2011. Yay!] Jerusalem wird von Seiten Israels seit 1967 zu Israel gezählt und nicht mehr als geteilte Stadt angesehen. Das hinterlässt die vielen Palästinenser in Ostjerusalem in einem Dilemma: die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat auf israelischem Staatsgebiet keine Handlungsbefugnis und die israelische Stadtverwaltung kümmert sich nicht wirklich um Ostjerusalem. Ostjerusalem steht also zwischen den Fronten.

Aber kommen wir zurück zu den verschiedenen „Lösungen“. In der internationalen Politik wird immer wieder, auch heute noch, auf die Zweistaatenlösung verwiesen, während jeder Mensch mit ein bisschen Grips anhand oben verlinkter Karten sehr gut erkennen kann, dass eine Zweistaatenlösung mehr als unwahrscheinlich ist, da die West Bank mittlerweile so zerstückelt ist, dass die PA dort unmöglich einen unabhängigen Staat errichten kann. Mal ganz davon abgesehen, dass 70% der West Bank zur Zone C zählen, also unter israelischer Verwaltung stehen und die palästinensische Bevölkerung ebenso wie die PA kaum Rechte haben.

Im Gegensatz dazu gibt es die Einstaatenlösung. Die geht davon aus, dass Israelis und Palästinenser zusammen in einem Staat leben (auch in einem Staat, der dann Israel heißt). Ich kenne viele Palästinenser, die gegen diese Lösung überhaupt nichts haben, solange sie die gleichen Rechte bekommen wie die Israelis und als israelische Staatsbürger gelten.
Genau hier liegt jedoch der Knackpunkt. Schon heute hat Israel für die verschiedenen Bevölkerungsgruppen verschiedenen Gesetze: es wird unterschieden zwischen jüdischen Israelis, palästinensischen Israelis, palästinensischen Bürgern Ostjerusalems, Palästinensern im Westjordanland und Palästinensern im Gazastreifen. Jede dieser Gruppen hat ihren eigenen Gesetzkatalog. Während palästinensische Israelis als israelische Staatsbürger gelten und die gleichen Rechte haben wie andere Israelis, haben sie dennoch Nachteile, wenn sie sich entscheiden, nicht in der israelischen Armee zu dienen. Im Gegensatz dazu glten die Palästinenser in Ostjerusalem nicht als israelische Staatsbürger, die haben stattdessen eine Jerusalem ID, die sie als in Israel lebend auszeichnet, abe nicht als Staatsbürger. Sie dürfen zum Beispiel nicht wählen.

Würde das Westjordanland und der Gazastreifen nun zu Israel gehören und alle Palästinenser israelische Staatsbürger, gibt es offenbar ein „demographisches Problem“, das darin besteht, dass der israelische Staat dann kein jüdischer mehr wäre und die Palätinenser zudem ein großes politisches Gewicht in Israel einnehmen würden. Mir scheint es aufgrund dessen so, dass viele Israelis diese Lösung ablehnen, während sie von vielen Palästinensern, die ich kenne, gut geheißen wird.

Abgesehen von diesen zwei Lösungen, gibt es noch eine dritte Möglichkeit. Die bezeichnet den Status Quo und plädiert dafür, diesen aufrecht zu erhalten.
Was nun die beste Lösung wäre, ist nicht an mir zu urteilen, obwohl der kluge Leser sicher schon rausgelesen hat, was ich für am sinnvollsten halte (vor allem wenn man bedenkt, wieviel ich wahrscheinlich von einem religiösen Staat halte).

Die Einstaatenlösung in der Wiki
Roadmap
One-State-Solution
Two-State-Solution

Hungerstreik

Das Leben in den palaestinensichen Gebieten war schon immer irgendwie anstrengend, denn in einem schwelenden Konflikt zu leben ist nicht einfach. Wir versuchen uns alle an einem Spagat zwischen zwei Voelkern, Tag fuer Tag. Alle Welt weiss davon, alle Welt berichtet darueber, hin und wieder. Was in den letzten Tagen zum israelisch-palaestinensischen Konflikt berichtet wurde war vor allem in Bezug auf die angekuendigten Neuwahlen, bzw. die Einigung auf eine neue groessere Koalition unter Netanyahus Regierung.

Meine Lebenswelt sah in den letzten Wochen jedoch anders aus. Eine meiner engsten Freundinnen hier arbeitet fuer Addameer, die palaestinensische Organisation, die sich fuer palaestinensische Gefangene in israelischen Gefaengnissen einsetzt. Deswegen haben wir schon als Khader Adnan und Hana Shalabi im Hungerstreik waren, jede Menge Informationen von ihr bekommen.

Momentan sind, laut Addameer, ueber 2500 politische Gefangene im Hungerstreik (der IPS (Israeli Prisoner Service) geht von ca. 1500 Hungerstreikern aus). Der Massenhungerstreik der Palaestinenser hat am 17. April begonnen, dem Prisoner Day, und die Mehrheit der palaestinensischen Gefangenen befinden sich nun bereits seit 4 Wochen im Hungerstreik.
Doch andere haben ihren Hungerstreik bereits eher begonnen. Thaer Halahla und Bilal Diab sind seit 77 Tagen im Hungerstreik, Hasan al-Safasi fuer 71 Tage, Omar Abu Shallal fuer 69 Tage, Mahmoud al-Sarsak fuer 57 Tage, Mohammad Taj fuer 58 Tage, Jafar Ezzedine fuer 54 Tage und Abdullah al-Barghouthi fuer 33 Tage.

Die Aerzte fuerchten um das Leben von jedem einzelnen der Maenner und Thaer Halahla, Bilal Diab, Hasan al-Safasi und Omar Abu Shallal koennten jeden Tag sterben. Abbas hat Israel dazu aufgerufen, den Forderungen der Gefangenen entgegen zu kommen, weil er Angst hat vor einem Ausbruch von Gewalt im Westjordanland, sollte einer der Gefangenen sterben. Laut Abbas hat er nicht die Resourcen, um einen Aufstand unter Kontrolle zu halten und viele Leute sprechen von der Gefahr einer dritten Intifada. Im Gazastreifen drohen die Hamas und der Islamische Jihad mit Angriffen auf Israel.Die Situation hier steht kurz vor dem Explodieren.

In Ramallah, sowie in den meisten anderen grossen Staedten im Westjordanland, gibt es jeden Tag und jede Nacht Menschen, die bei den Zelten, die aus Solidaritaet mit den Gefangenen aufgestellt wurden, demonstrieren. Familien von Gefangenen sprechen zu den Menschen und vor ein paar Tagen habe ich auch Khader Adnan gesehen, der zu den Familien gesprochen hat. Gestern haben palaestinensische, israelische und internationale Aktivisten den Eingang zur groessten israelischen Siedlung im Wrstjordanland, Ma’ale Adumim, blockiert, aus Solidaritaet mit den Gefangenen und als Protest gegen die Siedlungsaktivitaeten Israels.

Um eine letzte Frage zu beantworten: Was wollen die Gefangenen? Die wichtigste Forderung ist das Ende der Administrativhaft, bei der Palaestinenser ohne Angabe von Gruenden fesgehalten werden koennen. (Thaer Halahla zum Beispiel befindet sich seit Juni 2010 in Administrativhaft.) Der Massenhungerstreik richtet sich ausserdem gegen die generellen Haftbedingungen der Palaestinenser. Gefangene aus dem Gazastreifen duerfen keinen Besuch von ihren Familien bekommen, es gibt keinen Zugang zu Buechern oder anderen Bildungsmaterialien. Die Gefangenen verlangen ein Ende der Isolierungshaft, in der viele der Gefangenen seit Jahren sitzen. Die Forderungen der Gefangenen sind in Einklang mit der vierten Genfer Konvention und einfachen Menschenrechten, die von dem IPS in den israelischen Gefaengnissen missachtet werden.

Momentan vermittelt Aegypten zwischen Israel und den Gefangenen, um ein Abkommen zu erreichen. Gestern gab es Meldungen in den Zeitungen, dass eine Einmigung kurz bevor steht. Bis jetzt gibt es diesbezueglich noch keine Neuigkeiten.

Heute gibt es ausserdem einen Solidaritaetsaufruf. Heute, 14. Mai 2012, 12 Uhr lokaler Zeit (11 Uhr in Deutschland) sollen alle aus Solidaritaet mit den Palaestinensern fuer 10 Minuten ihre Arbeit liegen lassen und gemeinsam fuer die Gefangenen aufstehen.

Wenn Ihr Euch mehr informieren wollte, fuege ich unten noch einige Links an, die ich in den letzten paar Tagen gesammelt habe.

(Kurzes Shoutout: Morgen ist Yom an-Nakba, Tag der Katastrophe, an dem die Palaestinenser ihrer Vertreibung aus Israel gedenken. Traditionell gibt es Proteste und Demonstrationen ueberall im Westjordanland. Ich werde deswegen morgen zum beispiel von zuhause aus arbeiten, weil die Checkpoints voraussichtlich alle geschlossen werden und es zu gewalttaetigen Protesten dort kommen wird.

Ausserdem: Der Bruder einer Freundin nimmt am Massenhungerstreik teil. Deswegen ist das fuer mich alles noch naeher als fuer Euch.

Und: gestern gab es von einer grossen deutschen Zeitung den ersten gut recherchierten Artikel zum Hungerstreik. Traurig, aber wahr. In den letzten zwei Monaten hat man vom groessten Hungerstreik der Welt gar nichts gehoert.)

Artikel in den israelischen Medien:
http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/israeli-prison-doctor-fears-for-lives-of-four-hunger-striking-palestinians-1.427551
http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/ten-hunger-striking-palestinian-prisoners-hospitalized-1.428377
http://www.haaretz.com/blogs/diplomania/israel-should-reduce-use-of-administrative-detentions-for-palestinians-top-official-says-1.428118
http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/palestinian-convicts-on-hunger-strike-must-leave-bed-to-see-lawyer-israel-prison-service-says-1.428069
http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/palestinian-prisoners-to-continue-hunger-strike-1.429838
http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/talks-ongoing-to-end-palestinian-hunger-strike-officials-say-1.429805

Artikel in palaestinensischen Medien:
http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=484188
http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=484219
http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=477831
http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=484027
http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=484990
http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=484987
http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=485091
http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=485483&utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter
http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=485505
http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=484214&utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter
http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=484219&utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter
http://electronicintifada.net/blogs/maureen-clare-murphy/israeli-forces-raid-ramallah-offices-stop-wall-steal-computers-and-hard
http://electronicintifada.net/blogs/nidal-el-khairy/g4s-securing-apartheid
http://972mag.com/high-court-rejects-appeal-two-inmates-on-hunger-strike-may-die/44841/
http://972mag.com/palestinian-protestors-block-entrance-to-un-in-ramallah/45109/

Internationale Medien:
http://www.thenational.ae/thenationalconversation/comment/a-hunger-striker-nears-death-yet-israel-is-unmoved#full
http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2012/05/20125816314744483.html
http://www.nytimes.com/2012/05/04/world/middleeast/palestinian-resistance-shifts-to-hunger-strikes.html?_r=2&pagewanted=all
http://www.foreignpolicyjournal.com/2012/05/03/the-massive-palestinian-hunger-strike-traveling-below-the-western-radar/
http://www.nytimes.com/2012/05/13/world/middleeast/palestinians-and-israelis-in-talks-to-end-hunger-strike.html?_r=1&smid=tw-nytimes&seid=auto
http://www.guardian.co.uk/world/2012/apr/26/palestinian-prisoners-join-hunger-strike
http://www.guardian.co.uk/world/2012/may/07/israeli-court-rejects-palestinian-prisoners-appeal

Hintergrundinformationen von Addameer:
Thaer Halahleh
Bilal Diab
Hana Shalabi
Khader Adnan
http://www.addameer.org/etemplate.php?id=477
http://www.addameer.org/etemplate.php?id=476
http://www.addameer.org/etemplate.php?id=473
http://www.addameer.org/etemplate.php?id=478

Die vierte Genfer Konvention:
Originaltext
Wikipediaeintrag

Brief von Thaer Halahla an seine Tochter

Deutsche Medien:
UN besorgt wegen Hungerstreik von 1600 Palaestinensern
Hungerstreik ignoriert
1550 palaestinensische Gefangene im Hungerstreik
Palaestinenserfuehrer Saadat nach Hungerstreik in Klinik
Massenhafter Hungerstreik fuer bessere Haftbedingungen
Hungerstreik ignoriert [2]
Palaestinenserfuehrer nach Hungerstreik in Klinik
Wachsende Sorge wegen palaestinensischer Haeftlinge im Hungerstreik
Hungerstreikenden Palaestinensern droht der Tod
Maertyrer von morgen

Vielen Dank an Jamina und Papa fuer das Weiterleiten diverser Artikel!

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Ich wollte eigentlich schon vor zwei Wochen was über meinen Trip nach Jordanien schreiben, aber dann kamen diverse Sachen dazu und ich war nicht in der Lage einen vernünftigen Blogpost zu fabrizieren. Das ist vor allem deswegen traurig, weil ich nach Jordanien einfach so voller Freude und Eifer war und das gerne mit allen teilen wollte!

Jetzt ist das alles aber schon wieder so lange her und in der letzten Woche war Claudi, die ich in Jordanien besucht habe, auch endlich mal bei mir. Das Faszinierende daran ist, dass wir uns das auch so ausgemalt haben und dass es entgegen aller Widerstände auch so geklappt hat. Die Zeit, die ich mit Claudi und Amil in Jordanien verbracht habe und die Zeit, die ich mit Claudi hier verbracht habe, war so schön und erholsam, dass ich mich einfach freue, mit beiden befreundet zu sein!
Das Einzige, was meinen Trip nach Jordanien getrübt hat, ist die Tatsache, dass einige meiner Bilder verloren gegangen sind, aber vielleicht sind sie in Deutschland dann noch zu retten.

Weil alles lange her ist, kommen jetzt nur ein paar Bilder (von Jordanien und von Claudi hier). Yay!

Mosche in der Rainbow Street in Amman

Der Sik in Petra, Jordanien

IM Sik

Khazne, atemberaubendes Khazne (ein Grabmal der Nabatäer)

Esel!

Ein blinder Bedouine in Petra, der Musik für die Touristen macht

Noch ein Esel!

Haifa! Er wird’s wohl machen.

Bahai-Gärten in Haifa

Halbfertiges Haus am Meer in Haifa

PS: Ich hab das mit der Ein-/Zwei-Staatenlösung nicht vergessen, das kommt noch.